Die Kurzsichtigkeit wird bei der Achsenmyopie durch einen zu langen Augapfel und bei der Brechungsmyopie durch eine verstärkte Wölbung der Hornhaut verursacht. Die bestehende Myopie korreliert mit erhöhter Neigung zur Entwicklung eines Glaukoms (grüner Star), eines Kataraktes (grauer Star), der Netzhautablösung oder einer Makuladegeneration (Stoffwechselstörung der Netzhaut). Die Stärke der Sehstörung wird in Minus Dioptrien (dpt.) angegeben. Eine starke Kurzsichtigkeit wird ab -6 dpt. diagnostiziert.
Der optische Abbildungsfehler kann durch Brillen oder Kontaktlinsen mit einer Zerstreuungslinse beseitigt werden. Die Sehhilfen werden gegebenenfalls gemeinsam getragen. Einige Formen können durch Therapie der auslösenden Grunderkrankung behoben werden. Als Beispiel sind die Star-Operation bei der Katarakt-induzierten Kurzsichtigkeit und die Wirksamkeit von Medikamenten, die den Ziliarkörper lähmen (Cycloplegica) bei der Pseudomyopie, zu nennen.
Die refraktive Chirurgie bietet zum Erreichen einer korrekturfreien Sicht operative Methoden an. Liegen Ausschließungsgründe gegen eine Lasertherapie vor, ist das Linsenimplantat das Mittel der Wahl. Wenn keine zwingende Indikation vorliegt, werden die Kosten vom Patienten getragen. Abhängig vom Leistungsspektrum und Anbieter ist mit unterschiedlichen Preisen zu rechnen.
Das zusätzliche Linsenimplantat
Die Vorderkammerlinse bietet sich bei starker Kurzsichtigkeit ab -8 dpt. an. Bei stabiler Hornhaut und genügend Raum wird sie in die vordere Augenkammer implantiert.
Die ICL (intraokuläre Kontaktlinse) wird bei dünner Hornhaut und Myopie bei Werten ab -10 bis -20 dpt. in die hintere Augenkammer zwischen Iris und körpereigene Linse eingesetzt.
Beide Methoden beinhalten das Risiko von Trübungen der natürlichen Linse und Erhöhung des Augenkammerinnendruckes.
Der Linsentausch
Bei dem seit 1986 durchgeführten CLE (clear lens exchange) Verfahren wird die natürliche Linse entfernt und durch eine Kunststofflinse ersetzt. Diese Variante wird bei der Streichung anderer Methoden und bei hochgradiger Kurzsichtigkeit ab -20 dpt. angewendet. Die künstliche Linse ist für einen lebenslangen Verbleib an ihrem Bestimmungsort konstruiert.
Der Operationsverlauf entspricht der Katarakt-Operation. Durch die fehlende Linsentrübung bei der Myopie wird die Operation mit dem Begriff "clear lense" versehen.
Die Erfolgsaussichten sind vom vorbestehenden Grad der Sehbeeinträchtigung abhängig. Es gibt noch keine Langzeitstudien und keine Garantie, dass nach der chirurgischen Intervention auf eine Sehhilfe verzichtet werden kann.